Vom Spitzensport zur nachhaltigen Laufbahn - Karriereorientierungen und Übergangslogiken Schweizer Badminton-Athletinnen und Athleten

Vom Spitzensport zur nachhaltigen Laufbahn - Karriereorientierungen und Übergangslogiken Schweizer Badminton-Athletinnen und Athleten
Sportler:innen zwischen aktueller und zukünftigen Karrieren (KI-generiert)

Thema
Die Masterarbeit untersucht, wie Schweizer Badminton-Spitzensportler:innen den Übergang vom Leistungssport in zivile Laufbahnen gestalten und welche Faktoren eine nachhaltige Karriereentwicklung nach dem Sport fördern oder erschweren . Im Zentrum stehen unterschiedliche Karriereorientierungen, Übergangslogiken und Ressourcenstrategien, etwa sportnahe Anschlussrollen, bewusste Distanzierung vom Sport oder offene Suchphasen. Theoretisch wird die Arbeit durch das Sustainable Career Framework gerahmt, das nachhaltige Karrieren als Zusammenspiel von Person, Kontext und Zeit versteht.

Relevanz
Das Thema ist relevant, weil der Übergang aus dem Spitzensport häufig früh erfolgt und mit Identitätswandel, beruflicher Neuorientierung und ökonomischer Unsicherheit verbunden ist. Besonders in einer Randsportart wie Badminton reichen sportliche Leistung und kurzfristige Karriereplanung oft nicht aus, um langfristige berufliche Stabilität zu sichern. Die Arbeit ist deshalb sowohl für die Sportpraxis als auch für allgemeinere Fragen nachhaltiger Karriereentwicklung relevant, weil sie zeigt, wie Übergänge unter unsicheren Bedingungen gestaltet werden können.

Ergebnisse
Die Ergebnisse zeigen, dass der Übergang in zivile Laufbahnen nicht einheitlich verläuft, sondern entlang verschiedener Karriereorientierungen und Übergangslogiken gestaltet wird . Es lassen sich sportnahe, sportferne und suchende Zukunftsbilder unterscheiden. Gleichzeitig bewältigen die Athlet:innen den Übergang entweder durch frühzeitige und nahtlose Planung, durch explorative Suchbewegungen oder durch die gezielte Nutzung sportspezifischer Ressourcen als Brücke in neue Felder. Nachhaltige Übergänge entstehen vor allem dort, wo individuelle Vorbereitung und unterstützende Rahmenbedingungen zusammenkommen.

Implikationen für Praktiker:innen

  • Übergänge aus dem Spitzensport sollten frühzeitig vorbereitet werden, nicht erst nach dem Karriereende.
  • Dual-Career Angebote, flexible Bildungswege und anschlussfähige Zertifikate sind zentrale Erfolgsfaktoren für nachhaltige Transitionen.
  • Sportlich erworbene Kompetenzen wie Disziplin, Belastbarkeit und Selbstorganisation sollten systematisch in zivile Berufskontexte übersetzt werden.
  • Athlet:innen benötigen differenzierte Unterstützung, da sportnahe, sportferne und suchende Karriereorientierungen unterschiedliche Beratungs- und Förderbedarfe erzeugen.
  • Verbände, Bildungsinstitutionen und Arbeitgeber sollten Übergänge als gemeinsamen Gestaltungsprozess verstehen und nicht allein individualisieren.

Methode
Die Thesis basiert auf einem qualitativen Forschungsdesign und untersucht die Transition von Schweizer Badminton Nationalspieler:innen in zivile Laufbahnen anhand leitfadengestützter Interviews, die mit der Gioia-Methode ausgewertet wurden. Befragt wurden insgesamt 11 aktuelle und ehemalige Schweizer Nationalspieler:innen, die aktuell eine Karriere im Leistungssport verfolgen oder zuvor verfolgt haben. Ziel war es, subjektive Deutungen, Karriereorientierungen, Übergangslogiken und Ressourcenstrategien systematisch herauszuarbeiten. Die theoretische Einbettung erfolgte über das Sustainable Career Framework, das nachhaltige Karriereentwicklung als dynamischen Prozess im Zusammenspiel von Person, Kontext und Zeit konzipiert.