Digitale Arbeitsbedingungen im Kontext von Remote Work - Zusammenhänge mit Stress und Wohlbefinden bei Mitarbeitenden in wissensintensiven Tätigkeiten
Thema
Die vorliegende Masterthesis untersucht, wie digitale Arbeitsbedingungen im Kontext von Remote Work mit Stress und Wohlbefinden bei Mitarbeitenden in wissensintensiven Tätigkeiten zusammenhängen. Im Fokus stehen digitale Anforderungen wie Arbeitsüberlastung und Erreichbarkeitsdruck sowie digitale Ressourcen wie Autonomie, Support, Nützlichkeit und Vereinbarkeit. Ergänzend analysiert die Arbeit die Rolle von Human-Centered Design und digitalem Führungsverhalten.
Relevanz
Remote Work, hybride Zusammenarbeit und digitale Erreichbarkeit prägen die heutige Wissensarbeit. Digitale Arbeit bietet Flexibilität, Autonomie und neue Formen der Zusammenarbeit, kann aber auch Stress, Arbeitsverdichtung und erschwertes Abschalten verstärken. Für Unternehmen ist deshalb zentral, digitale Arbeit so zu gestalten, dass Produktivität und Wohlbefinden nicht im Widerspruch stehen.
Ergebnisse
Die Ergebnisse zeigen, dass digitale Arbeit weder pauschal belastend noch entlastend wirkt. Digitale Anforderungen wie Arbeitsüberlastung und Telepressure stehen in einem positiven Zusammenhang mit Stress. Digitale Ressourcen wie Autonomie, Nützlichkeit, Support und Vereinbarkeit hängen dagegen mit weniger Stress und höherem digitalem Wohlbefinden zusammen. Human-Centered Design zeigt Hinweise auf eine puffernde Wirkung, während digitales Führungsverhalten vor allem als eigenständige Ressource wirkt.
Implikation für Praktiker:innen
- Arbeitsverdichtung durch digitale Tools bewusst steuern und nicht nur neue Technologien einführen.
- Digitale Systeme nutzerzentriert, verständlich und aufgabenpassend gestalten.
- Klare Regeln zu Erreichbarkeit, Reaktionszeiten und digitaler Kommunikation festlegen.
- Digitales Führungsverhalten als eigene Führungskompetenz entwickeln.
- Autonomie, Vereinbarkeit und psychologisches Abschalten gezielt schützen.
Methode
Die Untersuchung basiert auf einer quantitativen Online-Befragung von 128 erwerbstätigen Personen in wissensintensiven Tätigkeiten in der Schweiz. Die Datenerhebung erfolgte mittels standardisiertem Fragebogen. Die theoretische Grundlage bildet das Job-Demands-Resources-Modell, das digitale Arbeitsbedingungen in Anforderungen und Ressourcen unterteilt. Erfasst wurden unter anderem digitale Anforderungen, digitale Ressourcen, Stress, digitales Wohlbefinden, Zeitwohlstand, Human-Centered Design sowie digitales Führungsverhalten. Zur Überprüfung der Hypothesen kamen Korrelations-, Regressions- und Moderationsanalysen zum Einsatz. Ziel war es, Zusammenhänge zwischen digitalen Arbeitsbedingungen, Stress und Wohlbefinden sowie mögliche Moderationseffekte empirisch zu untersuchen.